Bau einer
Blinkschaltung
(astabiler Multivibrator)
Wolfram
Ludwig
immer wieder gebaut: 01.1981 ... 09.2004
Ziel:
Aufbau einer einfachen astabilen Kippstufe mit zwei Transistoren
und zwei Leuchtdioden auf einer kleinen Leiterplatte.
Zwei Leuchtdioden blinken wechselweise auf.
Die Symmetrie der Schaltung soll auch im Aufbau deutlich werden.
Als
sinnvolle Anwendung der kleinen Schaltung wird hier ein
Richtblinker gezeigt.
1. Funktion
und Schaltbild:
Zwei
Transistorstufen (Inverter) schalten jeweils eine Leuchtdiode (LED). Die
Transistoren sind so durch zwei
Elektrolyt-Kondensatoren (Elkos) gekoppelt, dass jeweils ein
Kondensator geladen , der andere entladen wird. Für die Dauer der
Lade-/Entladezeit wird jeweils ein Transistor durchgeschaltet, der andere
gesperrt. Wenn die Schwellenspannung des gesperrten Transistors (Basisspannung
> 0.6Volt) erreicht wird, kippt der Zustand um. Es leuchtet also stets
eine LED, die andere ist dunkel. Dieser Vorgang wiederholt sich fortlaufend und
die Leuchtdioden blinken wechselweise.
Schaltbild:
Durch
Verändern der Kondensatoren und Widerstände kann die Blinkfrequenz in weiten
Bereichen variiert werden. Ersetzt man eine LED z.B. durch einen Kopfhörer
(Telefon-Hörkapsel) und verkleinert die Kondensatoren, lässt sich die Schaltung
als Tongenerator verwenden.
Die
Siliziumdiode 1N4001 hat keine Bedeutung für die Funktion der Schaltung. Sie wurde zusätzlich eingefügt,
nachdem einige Schüler aus Unachtsamkeit die Batterie falsch gepolt angeschlossen
hatten und sich wunderten, dass das Transistoren und LEDs gar nicht mögen.
Wer nun seine Batterie falsch anschließt, wird nur durch die schnelle Entladung derselben
gerecht bestraft und muss die Transistoren und LEDs nicht mehr austauschen.
Bei falschem Anschluss an ein (kräftiges) Netzteil oder einen Akku hilft allerdings auch diese
Schutzdiode nicht mehr. Dann haucht diese ihr Leben ebenso aus, wie die Transistoren und LEDs.
Also: AUGEN auf !!!
2.Materialliste:
Anz.| Artikel Reichelt- je Preis |
| Bestellcode in € |
----|--------------------------------------------------------------------- |
| |
1 | Streifenrasterplatine H25SR050 0.30* |
| Rastermaß 2.54 mm (siehe 3.) |
2 | NPN-Transistoren BC547B BC547B 0.03* 0.06 |
1 | Siliziumdiode 1N4001 1N4001 0.02* |
2 | Leuchtdioden rot 5mm LED 5mm ST-rt 0.08* 0.16 |
| (andere Farben möglich, z.B. rot-grün oder ultrahell) |
2 | Widerstände 100 Ohm Metall 100 Ohm 0.02* 0.04 |
| (braun-schwarz-schwarz-schwarz) |
2 | Widerstände 10 kOhm Metall 10 kOhm 0.02* 0.04 |
| (braun-schwarz-schwarz-rot) |
2 | Elektrolytkondensatoren axial 47µF / 25 Volt |
| ax 47 / 25 0.12 0.24 |
2 | Lötnägel 1mm RTM1-100(bei 100 Stück-Preis)0.03* |
2 | Lötschuhe 1mm RF1-100 (bei 100 Stück-Preis)0.06* |
1 | Flachbatterie 4.5 Volt ENERGIZER Flach 1.10 |
* = anteiliger Preis bei Bestellung größerer Mengen
Elektronische Bauteile sind in verschiedener Qualität und
zu sehr unterschiedlichen Preisen im Handel. Die Firma
Reichelt-Elektronik,
Elektronikring 1,
26452 Sande
liefert erfahrungsgemäß in guter Qualität; sehr schnell und preiswert, auch
in Bastler-Mengen.
(Katalog telefonisch anfordern oder bestellen unter
04422-955-333
oder auf der WEB-Seite
www.reichelt.de
)
3. Streifenleiterplatte:
Aus der Streifenrasterplatine (im Rastermaß 2.54mm gelocht)
wird das benötigte Stück ( 13 Leiterstreifen je 15 Löcher) ausgesägt.
Einfacher ist es, die Platine auf einer festen, ebenen Unterlage (!) mit einem
spitzen Messer am Stahllineal in der gewünschten Größe (nächste, nicht mehr
benötigte Lochreihe !) zu ritzen (Vorsicht! Nicht in die Finger schneiden !) ,
dann zu brechen und alle Kanten mit einer Feile oder mit Schmirgelpapier zu entgraten.
An den Kanten ist darauf zu achten, dass dort keine Kurzschlüsse zwischen den
benachbarten Leiterbahnen entstehen.
4. Bestückung der Streifenleiterplatte:
Laut Plan
werden die Bauteile in die richtigen Löcher gesteckt und auf der Lötseite mit
der betr. Leiterbahn verlötet.
überstehende
Drähte werden dann mit einem kleinen Seitenschneider abgeschnitten.
Die Lötseite
müsste dann so aussehen:
5. Bestückungsliste:
Verbindung Teil Bemerkung/Hinweis
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1. C4 - G4 Drahtbrücke
2. F9 - H9 Drahtbrücke
3. G12 - K12 Drahtbrücke
4. B5 - H5 Widerstand 10 kOhm (braun-schwarz-schwarz-rot)
5. F11 - L11 Widerstand 10 kOhm (braun-schwarz-schwarz-rot)
6. E6 - K6 Widerstand 100 Ohm (braun-schwarz-schwarz-schwarz)
7. C10 - I10 Widerstand 100 Ohm (braun-schwarz-schwarz-schwarz)
8. C1(+) - H1(-) Siliziumdiode 1N4001 Minuspol= weißer Ring
9. B3(-) - K3(+) Elko 47µF / 25 Volt Pluspol in K3
10. C13(+) - L13(-) Elko 47µF / 25 Volt Pluspol in C13
11. C7 - B8 - C9 Transistor BC547B (E - B - C)
12. K7 - L8 - K9 Transistor BC547B (C - B - E)
13. E8(-) - F8(+) Leuchtdiode 5mm rot Minuspol ist abgeflacht/kürzer
14. H8(+) - I8(-) Leuchtdiode 5mm rot Minuspol ist abgeflacht/kürzer
15. F15(+) - K15(-) Lötnägel Pluspol rot,Minuspol blau markieren !
Bei allen Bauteilen außer den Drahtbrücken und Widerständen ist
vor dem Löten unbedingt
auf richtige Polung zu achten.
Ein Blick auf die
Bauteile- und Lötseite der fertig aufgebauten Streifenleiterplatte:

Es geht auch "schlanker":
Durch Weglassen der vier nicht benötigten Leiterbahnen A,D,J,M kann man die Schaltung
auch etwas gedrängter aufbauen und kommt dann mit nur neun Leiterbahnen (je 15 Löcher) aus:

ACHTUNG
!
Alle Lötarbeiten sind
sehr sorgfältig auszuführen, da Kurzschlüsse zwischen den Leiterbahnen zu
Schäden an den Bauteilen und Fehlfunktionen führen.
Vor dem Anschluss der Batterie
sind alle Lötstellen nochmals auf Position und Qualität zu prüfen. Die
Siliziumdiode soll die Schaltung gegen falsches Polen der Batterie schützen.
Vorsicht, eine falsch gepolte Batterie entläd sich rasch über
diese Diode. Da Netzteile oder Akkus
höhere Ströme liefern können, sollten diese aus Sicherheitsgründen
nicht zum Betrieb dieser Schaltung benutzt werden. Sie können nämlich bei
falscher gepoltem Anschluss auch diese Diode durchbrennen, die dann ihre Schutzwirkung
für die anderen Bauteile verliert.
Richtig
Löten :
HINWEIS
:
Um saubere Lötstellen
zu erhalten,
muss der Lötkolben ganz kurz vor dem Lötdraht (mit
dem Flussmittel)
von der
Lötstelle genommen werden,
und dann darf nichts mehr wackeln, bis das Zinn fest
ist.
Diese Schaltung wurde erstmalig im Januar 1981
mit den Schülern meiner
Elektronik-AG an der IGSLO aufgebaut und seitdem von vielen Gruppen immer wieder.